Einkaufen im Internet


Gute Umsatzerwartungen trotz Krise

Die im Online Handel erzielten Umsätze steigen ständig und waren in Deutschland bereits im Jahr 2006 auf über 13 Mrd. Euro angewachsen. Neuere Zahlen deuten auf einen weiteren erheblichen Anstieg hin. Die Schätzung des Bundesverbandes für Versandhandel prognostizieren für 2009 ein Gesamtvolumen von 15,4 Mrd. Euro.

Internethandel auf dem Vormarsch

Die zunehmende Verbreitung des Internethandels hat den Binnenmarkt in einigen Branchen dramatisch verändert. Insbesondere Unternehmen wie beispielsweise Versicherungen und Reiseveranstaltern, bei denen kein Warenversand erforderlich ist, verzeichneten hohe Umsätze im Internet und damit auch einen deutlichen Einfluss des neuen Vertriebswegs auf die Preisgestaltung. Die ständig wachsende Anzahl entsprechender Online Vergleichsportale vermittelt den Kunden eine vollständige Marktübersicht, die größere Preisunterschiede bei vergleichbaren Leistungen nicht mehr zulässt. Schwierige abzuschätzen ist der Einfluss des Internethandels in anderen Branchen. Zwar ist beispielsweise der Anteil Internetkäufe im Bereich der Unterhaltungselektronik deutlich geringer, aber dennoch nehmen viele Kunden vor der Auswahl des Händlers einen Preisvergleich im Internet vor. Am deutlichsten zeigt sich dieser mittelbare Einfluss des Internethandels im Autohandel. Online Autohändler schätzen, dass bis zu 80% der online eingeholten Angebote ausschließlich als Druckmittel in Preisverhandlungen mit dem Autohändler vor Ort dienen soll. Insofern hat sich zumindest eine Erwartung an den Internethandel voll erfüllt: Die erhöhtet Preistransparenz hat zu einer Intensivierung des Wettbewerbs geführt.

Internethandel aus Sicht der Konsumenten

Aus Sicht des Konsumenten ist der Online Markt aber im Wesentlichen nach wie vor ein nationaler Binnenmarkt. Die Hoffnung, der Verbraucher könne im Internet frei aus dem Angebot des gesamten europäischen Marktes wählen, hat sich nicht erfüllt. Einerseits ist die grenzüberschreitende Wahrnehmung von Garantieansprüchen nach wie vor sehr aufwändig, andererseits bieten viele Händler noch immer keine Lieferungen ins Ausland an.

In einer aktuellen Studie der EU Kommission scheiterten 60 Prozent der 11.000 getätigten grenzüberschreitenden Testbestellungen aus unterschiedlichen Gründen (http://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Kommission-kritisiert-Huerden-beim-Online-Handel-836837.html).

Zuspruch an Existenzgründungen Dank dem Internethandel

Gesellschaftliche Bedeutung hat das Einkaufen im Internet auch dadurch erlangt, dass Existenzgründungen in vielen Bereichen deutlich vereinfacht wurden. Ohne dass dies durch konkrete Studien belegt wäre kann zumindest vermutet werden, dass Handelsplattformen wie Ebay mehr Existenzgründungen ermöglicht haben als manche teuren Existenzgründerprogramme. Dabei geht es nicht nur um Handelsunternehmen, die lediglich einen An- und Verkauf von Waren betreiben, sondern auch um Existenzgründer aus verschiedenen Branchen, die das Internet lediglich als Vertriebsweg für ihrer Produkte bzw. Dienstleistungen nutzen. Insofern hat sich die Erwartung, der Internethandel könne die Markteintrittschwelle für neue Anbieter senken, zumindest teilweise erfüllt. Die dominierende Stellung der Großanbieter wurde aber entgegen ursprünglicher Erwartungen nicht erschüttert. Auch im Internet ist es mittlerweile sehr teuer geworden, von potenziellen Kunden überhaupt gefunden werden zu können. Die zahlreichen kommerziellen SEO (Search Engine Optimization) Angebote belegen das nachdrücklich.

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